Michael Baumgärtel - Eifelsounds

Ihr Alleinunterhalter, Keyboarder und Komponist aus Langerwehe

...mehr als nur Musik!

 

 

Das neuste Keyboard in meiner Sammlung, der Groove-Synthesizer von Casio:

Casio hat nach langer Abstinenz nun endlich wieder zwei Synthesizer entwickelt. Beide Geräte ähneln sich äußerlich sehr, es gibt jedoch schon feine, aber auch ausschlaggebende Unterschiede.

Ich habe mich für das „Groove“-Modell entschieden, weil dieser mir auch die Möglichkeit zum eigenen zügigen und einfachem Samplen gibt.

 

Fangen wir aber erst mal mit dem Synthesizer-Teil an:

 

Casio XW-G1, der Synthesizer Bereich:

Casio hat etwas einzigartiges geschafft, nämlich die Möglichkeit einen „digitalen“ Synthesizer, ohne (nur für ganz wenige Sondereinstellungen) die Suche in umständlichen Menüs zu bedienen.

Sprich:

3 Tasten wählen den Hauptbereich: OSC Block, ENV Generator und Total Filter & LFO. In diesen Hauptbereichen wählt man dann mit drei Tasten einen von 6 Oszillatoren (OSC), die Hüllkurven (EG) und den LFO (LFO). Mit den 9 Schiebereglern kann man die Einstellungen laut „Plan“ (Beschriftung auf dem Gehäuse) vornehmen. Das ohne in irgendein Menü zu müssen, genial.

4 frei belegbare Drehregler (K1 – K4) helfen dabei sich „Schnellzugriffe“ zu erstellen.

Man sieht hier schon, ein Vorzug, den Casio bei seinen CZ-Modellen auch schon hatte, nicht an Schaltern und Reglern sparen und eine sauber funktionierende, leichte Bedienung. Einige Hersteller können hier ruhig mal „abschauen“.

 

Hier schließlich noch die technischen Daten zum Synthesizer Bereich:

64fach Polyphone

300 Preset Sounds, 220 User

100 Solo Synthsounds (monophon), 100 User

20 Drumkits, 10 Anwender

Extern gespeichert wird entweder per USB am PC oder auf SD-Karte.

 

Die nächste Funktionsgruppe, der Step-Sequenzer:

Wer schon mal mit einem „Schritt-Sequenzer“ gearbeitet hat, kennt die Vorteile. Im Grunde werden z.B. Handeingespielte Phrasen, sofort in den angegebenen Schrittbereich (4tel, 8tel, 16tel usw.) aufgeteilt… ein Ton zu viel, kann sofort durch Druck der entsprechenden Taste entfernt werden, ohne „neu“ einzuspielen oder rumsuchen in Menüs.

Hier eine Bemerkung: Wie im Synthesizer-Bereich kann man hier ohne Menü auskommen, aber hier doch nicht so stark wie beim Synth-Bereich. Da allein zum Soundwechsel man schon ins Mixer-Menü muss, aber trotzdem, es hält sich sehr in Grenzen, was ja wichtig ist für die Kreativität und freie Spielweise.

Vielleicht eine Kurzanleitung:

Step-Sequenzer Modus aufrufen (Step-Seq), dann links den „Schaltbereich“ freigeben (Step Sequencer) und mit den Part-Tasten einen von 8 Step-Sequenzer-Spuren wählen (8-12 Drums, 13 Bass, 14+15 Solo, 16 Chord) und die entsprechenden Schritt-Tasten ein oder ausschalten, an denen ein Sound erklingen soll. Der Step-Sequnzer kann dabei laufen (Start/Stop).

Sounds kann man mit „Mixer“ im Mischer ändern. Die entsprechenden „Töne“ per Schieberegler.

Die Schieberegler können Standardmäßig Lautstärke oder Tonhöhe bestimmen (Slider A/B), lassen sich aber auch anderweitig zuweisen.

Im Step-Sequenzer ändern die drei Tasten links neben den Schieberglern (Select) auf die Funktionen unterhalb der Tasten (Key Shift, Slider A/B, 1-8/9-16). Mit Key Shift, wird die untere Oktave der Tastatur zur Transponierung eingeschaltet. SliderA/B ändert wie oben beschrieben, die Funktion der Schiebergler, längeres drücken öffnet das Slider-Menü, dort kann man die Einstellung der Schieberegler ändern. 1-8/9-16 weißt den Schiebreglern den entsprechenden Schritten zu.

Tipp: Um auf alle Notenbereiche eines Sounds mit den Schiebereglern zu kommen, einfach das Slider-Menü aufrufen, den ersten Ton des Schiebreglers auf den gewünschten Ton einstellen, Schieberegler kurz auf und wieder ab bewegen, mit „EXIT“ Menü verlassen, fertig.

 

Natürlich lassen sich im Menübereich des Step-Sequenzers massig Einstellungen (Auflösung, Transponierung u.v.m.) vornehmen, das würde hier zu weit führen.

Mehre Sequenzen lassen sich zu Ketten (Midis) zusammenführen. Dabei sind noch einige Einstellungen (Transponierung, Loop usw.) möglich.

Technische Daten zum Sequenzer-Bereich:

100 Presets, 100 User

13 Spuren, 8 Monophon, 1 Polyphon, 4 Controller

8 Pattern

100 Ketten

Phrasen können vom Sequenzer gesteuert werden

Der Arpeggio & Phrasenbereich:

Arpeggios sind mittlerweile Standard im Synthesizerbereich und werde ich hier nicht näher beschreiben. Es gibt Presets und Arpeggios können selber erstellt werden. Hold & Sync-Funktion sind ebenso vorhanden.

Technische Daten Arpeggio:

100 Presets, 100 User

 

Phrasen sind im Gegensatz zu Arpeggios, auch Controllerfähig. Loop und Overdubbing ist möglich. Phrasen können im Grunde ganze Melodien sein oder kleine Einwürfe. Sind auch „live“ transponierbar. Interessant ist, dass man sich den Bereich für Phrasen auf der Tastatur frei definieren kann und diese so „gesplittet“ starten kann.

 

Technische Daten Phrasen:

 

100 Presets, 100 User

Loop, Overdubbing

 

Der Sample-Looper:

Der Sample-Looper kann interne, sowie auch externe Sounds samplen, dies in vielen Auflösungen sowie Stereo & Mono. Je geringer die Auflösung, desto länger wird die Aufnahmezeit. Loop & Overdubbing ist möglich. Zwei Eingänge (Mic & Instrument) sind am Casio XW-G1 für externe Signale vorhanden. Auch die „digitale“ Übertragung vom PC sind mit einer kostenlosen Casio-Software möglich. Beste Samplerate ist 42Khz, damit sind ca. 9 Sekunden Samplezeit bei Tempo 120 möglich.

10 Samples können intern gespeichert werden. Es gibt mehrere Aufnahme-Modi, Manuel, Autostart usw.

 

Der Performance und Quick-Performance Bereich:

Diese Bereiche sind im Grunde zum Speichern und Abrufen aller Einstellungen des Synthesizers vorhanden. Hier komme ich gleich zu einem großen Vor- und Nachteil, je nachdem wie man es betrachtet. Im Gegensatz zu anderen Synthesizern, die ich kenne, speichert Casio in den Performances alles. Midi Einstellungen, Mixer, Master-EQ, Tastenbelegungen, Controller, Split Punkte, Transpose, usw..

Das kann Positiv wie auch negativ sein, da man einige Funktionen, vielleicht generell eingestellt hätte. Ich finde es aber absolut Vorteilhaft, da ich mir für jede Performance, meine eigene Midi Konfiguration, Master-EQ, usw. speichern kann. Ist zwar etwas mehr Aufwand, dafür ist es halt auch möglich. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit mehrere Grundperformances abzuspeichern und dann diese als Vorlage zu benutzen oder man nutzt den Quick-Performance Modus, in dem man „schnell“ und „einfach“ nur die Sounds, Splits und Oktavlage ändern kann.

 

Technische Daten zum Performance-Modus:

100 Presets, 100 User

 

Letztlich gibt es noch den Mixer-Bereich, der zusammen mit dem Step-Sequenzer gespeichert wird:

Hier steht ein DSP zu Verfügung, Chorus, Systemhall, Panning usw.

100 Mixer-Einstellungen können gespeichert werden, 53 Effekttypen sind vorhanden Systemhall, Systemchorus und der Master-EQ ist 4 Band mit Frequenzeinstellung und der Mixer kann auch auf externe Sounds angewendet werden.

Anschlüsse:

Der Casio bietet eine Menge Anschlüsse, USB-Port (Für PC-Verbindung), Midi In/Out, Sustain (ist auch zuweisbar für andere Funktionen), Kopfhörer, Stereo Line Out, Audio-, Instrument- & Mic-Anschlüsse. Was fehlt ist ein Lautstärkepedalanschluss. Dieser kann allerdings auch per Midi ersetzt werden, ein separater Anschluss wäre aber besser.

Sonstiges:

Alles ist speicherbar auf SD-Karte, oder per USB-Kabel und kostenloser Software am PC.

3 Demosongs sind vorhanden. Midis können abgespielt werden und Sequenzerketten sind zu Midis wandelbar. Das Display ist im Kontrast regelbar. Die Tastatur kann in der Anschlagstärke eingestellt werden. Oktav und Transponierungsfunktion.

Der Sound:

Der Synthesizer Bereich lässt keine Wünsche offen. Das Ding kann brave Flächensounds, ebenso wie durchsetzungsfähige aggressive Solosynths und der CASIO hat mehr Wums, als mancher erwarten würde.

Die Samplesounds lassen allerdings, im Vergleich zu „TOP“-Keyboards oder Synthesizern zu wünschen übrig. Hier muss man aber auch den Preis des Casios betrachten. Ein Vergleich mit Motif, oder gar Kronos ist hier fehl am Platz.

Die Samplesounds sind allerdings brauchbar, in dieser Preisklasse absolut vernünftig und sauber. Es gibt keine Schnörkel, allerdings dafür solide Bass, Piano & weitere Instrumentensounds. Die Bläsersounds sind für meinen Geschmack zu dünn, die Streichersounds sind ok, Sax und Solo-Instrumente sind ausbaufähig.

Vor- und Nachteile:

Vorteile:

Absolut intuitives arbeiten, vor allem überzeugt mich beim Workflow, dass man ohne böse Fehlermeldungen in allen System hin- und herspringen kann. Selten bekommt man die Meldung, dass man einen Modus nicht verlassen kann oder irgendwas erst beendet werden muss. Da macht es einfach Spaß und der Casio wird so zu einem vernünftigen erwachsenen Werkzeug.

Bei dieser Anzahl von Möglichkeiten (Synth, Step-Sequenzer, Arpeggio, Phrasen, Samplen) bleibt kein Wunsch offen. Vor allem möchte ich hier auch die Midi-Einstellungen erwähnen, diese sind umfangreich und absolut brauchbar. Ich habe diese mit meinem „Waldorf Blofeld“ getestet und Step-Sequenzer, Arpeggiator, Phrasen arbeiten problemlos.

Nachteile:

Lange habe ich mit dem Casio beschäftigt, ihm jetzt für die vielen Möglichkeiten zu tadeln, wäre unfair. Ich habe allerdings gut 2 Monate gebraucht, bis ich auch in die Tiefen des Synths eingedrungen bin. Die Bedienungsanleitung ist in Ordnung aber ein für mich „großer“ Mangel ist die Beschriftung der Bedienoberfläche. Zwei Funktionen sind nicht zu erkennen, der „Quick-Performance-Modus“ (Taste Performance & Tone gleichzeitig drücken), sowie der Aufruf des „Slidermenüs“ (Taste Slider A/B länger drücken). Funktionen, die durch längeres drücken oder gleichzeitiges drücken zweier Tasten, aufgerufen werden, sind beim Casio durch ein Zeichen oder ein dementsprechendes Symbol gekennzeichnet, hier behaupte ich einfach, diese beiden Funktionen sind vergessen worden. Von der Ordnung auf der Bedienoberfläche hätte ich mir gewünscht, dass die drei „Menütasten“, Edit, Setting und Menu in einem Block positioniert wären.

 

Mein Fazit:

Casio hat mich überzeugt, vorbelastet durch den CZ-5000, den ich mal hatte und hoffentlich doch „unvoreingenommen“, bin ich mit dem XW-G1 sehr zufrieden. Preis-/Leistung wird hier voll erfüllt.

Die Sounds sind ausbaufähig, aber nicht schlecht oder gar unbrauchbar. Wobei mein Schwerpunkt hier auf Synthsounds gelegt wird, diese sind absolut klasse. Der Gesamtsound ist sehr gut, druckvoll und dank des 4 Band EQ mit Frequenzregelung anpassbar.

Der Step-Sequenzer macht die Erstellung von „Midis“ einfach und auch für Synth-Einsteiger ist der Synthbereich, dank Bedienung „fast“ ohne Menüs, einfach genial.

Der Casio macht Spaß und fesselt einen viele Stunden, er behindert nicht bei der Arbeit und überzeugt durch sehr gut durchdachte Bedienung.

 

In Zusammenarbeit mit:

 

 

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